Mittwoch, 26. Oktober 2016

Irgendwann verbieten sie uns noch, zu träumen...

Hallo ihr Lieben. 
Der Post heute wird mal wieder etwas ausschweifender, aber das solltet ihr bei mir ja mittlerweile gewöhnt sein. Auf die Idee für diese Zeilen brachte mich ein Spaziergang, welchen ich gestern Abend unternahm. Ich lief in der anbrechenden Dämmerung durch den Park - unter mir raschelte das gelbe Herbstlaub, eine kalte Brise streichelte mein Gesicht und ich vergrub mich noch tiefer in meinen riesigen Schal. Viele Menschen waren nicht mehr unterwegs.. das ist so eine mehr oder weniger lästige Nebenerscheinung des vermeindlichen "Kleinstadt-Charmes", aber als ich schließlich an einem kleinen Caffee vorbeikam, lauschte ich kurz dem Gespräch zweier älterer Herren...

"...Irgendwann verbieten sie uns noch, zu träumen."

Ich habe lediglich diesen einen Satz gehört, kenne deshalb auch keinerlei Zusammenhänge. Doch trotzdem haben mich die Worte dieses Mannes zum Nachdenken gebracht und mich noch den kompletten Abend beschäftigt - um einmal ehrlich zu sein.
Wer sind "sie" und warum werden sie dem Mann das träumen verbieten? Seine Antworten auf diese Frage werde ich sicherlich nicht erfahren, aber während man sich so seine Gedanken macht, passiert es schnell, dass man den Sachverhalt auf sich und auf Andere bezieht.

Dass ein Mensch träumt - das ist doch selbstverständlich, oder?
Jeder hat Träume, Ziele, Dinge, die er im Leben einmal erreichen möchte. Träume können real sein, schnell und einfach greifbar. Sie können materiell sein und mit Geld zu erwerben. Ebenso können sie aber auch total verrückt, gar utopisch sein. Sie können so wertvoll sein, dass sie mit nichts auf der Welt zu bezahlen wären. Träume sind klein, groß, fantasievoll und... komplett verschieden.
Träumen ist im Grunde genommen doch für jeden etwas anderes. Manche Leute träumen nur Nachts, andere den ganzen Tag. Einige leben ihren Traum und wieder andere lassen ihre Träume zerplatzen, wie Seifenblasen.

Ich habe nun schon einige Male feststellen müssen, dass sich einige Menschen für ihre Träume schämen, ja, dass sie sich sogar nicht trauen, sie überhaupt zu äußern. Diese Tatsache hat mich beim tieferen Nachdenken tatsächlich sehr schockiert - und genau damit verbinde ich seit gestern auch die Aussage des Mannes.
Ich interpretiere "sie" als unsere Gesellschaft - Eine Gesellschaft welche einerseits so modern scheint, von welcher man denkt, sie hat aus der Vergangenheit gelernt und reifer geworden ist. Doch sie ist ebenfalls eine Gesellschaft der Zwänge, des Hasses und der Rivalität. Höher, schneller, weiter. Genau diese Eigenschaften beschreiben unsere heutige Gesellschaft leider am besten. Wir Menschen sehen uns aus irgend einem Grund ständig als Rivalen und wir glauben, uns in allem gegenseitig übertrumpfen zu müssn. Diese Zwänge, welche uns auferlegt werden, wirken mittlerweile so stark, dass sie sogar beginnen, unsere Träume zu deformieren. Und zwar genau in zwei Richtungen. Die einen Menschen überschlagen sich vor Ehrgeiz und tun alles um ihre Träume zu erfüllen. Die Rücksicht auf andere oder die Umwelt wird dabei komplett außer Acht gelassen. Sie trampeln wie rießige Monster alles nieder, was auch nur mit dem Gedanken spielt, sich ihnen in den Weg zu stellen. Und das zum Leidwesen der anderen Gruppe von Menschen. Das sind die, die sich nicht mehr trauen, überhaupt an das Träumen zu glauben. Viele von ihnen haben die Hoffnung schon lange aufgegeben, weil ihre Träume nicht mit denen der Gesellschaft übereinstimmen.

Soll das wirklich so sein?
Ich finde, es ist an der Zeit, die vermeindlichen Regeln und Normen unserer Gesellschaft einmal zu überdenken. Sie legen uns Steine in den Weg, dessen Überwindung wir uns eigentlich sparen können. Sie lassen dort Probleme entstehen, wo eigentlich gar keine sein müssten - und sie zerstören die Träume der Menschen, welche das Träumen nur vom Träumen an sich kennen, denn viele von ihnen haben es noch nicht erlebt wie es sich anfühlt, wenn tatsächlich einmal ein Traum wahr wird. Versuchen wir doch, diesen Menschen nicht noch das Träumen zu verbieten - denn das ist meiner Meinung nach genauso wichtig wie atmen.

Habt ihr Träume, an denen ihr euch festhaltet? Lebt ihr euren Traum bereits, oder arbeitet ihr darauf hin? Welcher gesellschaftliche Zwang schränkt euch am meisten ein?

Ich wünsche euch noch einen wunderbaren Abend!
Liebst, Chiara :)

PS: Auch ich habe viele Träume. Ein Beispiel wäre weltweiter Frieden...
Oder endlich meinen Brief aus Hogwarts zu bekommen. ;-)


1 Kommentar:

  1. Liebe Chiara, ich bin gerade auf deinen Blog gestoßen und er ist so wunderschön! Dein Design und auch deine Fotos sind wirklich schön. Aber auch deine Inhalte gefallen mir total :)

    Ganz liebe Grüße Chrissi von openmindbyjc.blogspot.de

    AntwortenLöschen

Wie schön, dass du da bist! Ich freue mich, wenn du einen Kommentar hinterlässt :)